Das Unterbewusstsein


 Hatori    01.07.2020 - 06:00
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Da wohnt u.a. Dein innerer Schweinehund, kannst Du den vertreiben oder wenigstens austricksen? Ja, kannst Du.

Viele, vermutlich die meisten Menschen, sind der Meinung, sie haben die Oberhoheit über ihr Leben und Denken. Theoretisch ist das richtig, denn das, worum es heute geht, ist ein Teil jedes Menschen. Das Problem ist, dass eben dieser Teil von uns ein recht störrisches Eigenleben führt, was vielen nicht wirklich bewusst ist - deswegen heißt es auch das Unterbewusstsein. Laut diversen Wissenschaftlern steuert das Unterbewusstsein 95% unseres Lebens, im Umkehrschluß heisst das, wir sind nur zu 5% Herr über unser Tun sind. Ganz so ist es nicht, aber dazu weiter unten.
Klären wir doch zunächst, was das überhaupt ist, dazu ziehen wir mal wieder Wikipedia zu Rate:

"Als das Unbewusste bezeichnet die Psychoanalyse einen Bereich der menschlichen Psyche, der dem Bewusstsein nicht direkt zugänglich ist, aber diesem zugrunde liege: in der Herausbildung der Menschheit (Hominisation) wie auch des einzelnen Menschen (Ontogenese). Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass bei jedem Menschen in allen Lebensphasen unbewusste psychische Prozesse das Handeln, Denken und Fühlen entscheidend beeinflussen. Die Bewusstmachung und Anerkennung unbewusster Vorgänge könne psychisch gesunde Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und sei auch eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen einer Psychotherapie u. a. von Neurosen.
Die Bezeichnung entstammt der Philosophie, insbesondere der deutschen Tradition nach Immanuel Kant. Die Existenz eines Unbewussten überhaupt sowie seine genaue Definition werden im Anschluss an die durch Sigmund Freud begründete Psychoanalyse bis heute kontrovers erörtert.
In einigen Wissenschaften, aber auch in der Alltagssprache, konkurriert der Begriff des „Unbewussten“ mit dem des „Unterbewussten“ (auch: „Unterbewusstsein“). So definiert der Philosoph Rudolf Eisler nach den lateinischen Fachbegriffen: „Unterbewusst (subconscious, subconscient) ist das nicht Apperzipierte, gleichsam im ‚Hintergrunde‘ des Erlebens Befindliche, nicht für sich selbst Bewusste, sondern nur einen Teil des individuellen Gesamtbewußtseins Bildende, durch seine Wirkungen auf das Bewußte und durch Gefühle sich Manifestierende“. Der Mediziner Otto Dornbusch versteht unter dem Unterbewussten „geistige Vorgänge, die ohne Bewusstsein ablaufen“".

Ganz schön kompliziert, oder? So schlimm ist es gar nicht, bei Freud wirds noch viel komplizierter, das lassen wir mal weg (wen es interessiert, der liest die ganze Wikipedia-Seite).
Ohne unser Unterbewusstsein hätten wir ein ernstes Problem, denn dann müssten wir über jeden Schritt beim Laufen, jeden Tritt beim Radfahren, jedes Mal, wenn wir Löffel oder Gabel zum Mund führen, darüber nachdenken, wie wir das anstellen - und damit wäre unser Denkapparat hoffnungslos überfordert. Ich habe aber jetzt bewusst diese Beispiele gewählt, denn was sehen wir daran? Richtig, unser Unterbewusstsein ist (auch bewusst) lernfähig. Laufen, radfahren, mit Messer und Gabel essen mussten wir lernen. Mit der Zeit hat es sich aber so eingeprägt, dass der - ich nenne es Mal so - denkende Teil unseres Gehirns gesagt hat "Darüber ständig neu nachzudenken ist mir zu anstrengend und zeitaufwändig." Es hat eine Routine daraus gemacht und die Bewegungsabläufe der genannten Tätigkeiten in Unterprogramme gepackt, welche es dann als Module ans Unterbewusstsein abgegeben hat.
Im Folgenden widmen wir uns einem Bestandteil des Unterbewusstseins, welches Freud das "Vorbewusste" nennt. Das sind Teile des Unterbewusstseins, die jederzeit wieder ins Bewusstsein treten können. Und dazu zählt auch unser "innerer Schweinehund".

Nehmen wir ein ganz konkretes Beispiel: Wir wissen, dass wir uns jeden Tag bewegen sollen, nicht nur zur Arbeit und wieder zurück aufs Sofa, sondern uns ernsthaft sportlich betätigen. Das Immunsystem wird gestärkt, der Bewegungsapparat beweglich gehalten und dem Kreislauf tut es auch gut. Und wie oft kommt jetzt unser Unterbewusstsein und sagt "Keine Lust, keine Zeit, machen wir morgen". Und jetzt fragen wir uns mal, wo kommt das her? Wir selbst haben ihm das so beigebracht, indem wir bewusst immer wieder dieselben Antworten auf die Frage des Körpers, wann nun endlich Bewegung kommt, gegeben haben.

Auf dieselbe Art und Weise können wir das Unterbewusstsein wieder ändern. Das allerdings wird anstrengender und dauert etwas länger. Schon die Sache mit "keine Zeit" ist langwierig. Wir müssen uns überlegen, wo wir diese Zeit hernehmen, denn natürlich ist es oft keine bloße Ausrede sondern eine Tatsache. Möglichkeiten gibt es viele. So könnte man morgens eine halbe Stunde eher aufstehen, abends die Zeit nicht komplett vorm Fernseher verbringen, sich in der Mittagspause nicht nur auf eine Bank setzen und die Sonne genießen. Nicht falsch verstehen, ich will hier niemandem das fernsehen oder Sonne tanken verbieten. Es sollen nur Vorschläge sein, wo man etwas Zeit hernehmen kann. Jeder wird für sich andere Möglichkeiten finden. Hast Du die Antworten, erklärst Du sie Deinem Unterbewusstsein, immer und immer wieder. Und es wird der Moment kommen, an dem die Ausrede "keine Zeit" keine Option mehr ist.
Schwerer wird es mit "keine Lust". Aber auch das ist machbar. Tu es einfach, beweg Dich, mach Sport - und es wird nicht lange dauern und Dein Unterbewusstsein verlangt danach. Es hat gelernt, dass diese Betätigung zur täglichen "Routine" gehört und wird diese Routine einfordern.
Aber Vorsicht, das Unterbewusstsein gehört zur "dunklen Seite der Macht", es lernt negative Dinge deutlich schneller als positive. Gibst Du ihm also eine zeitlang nicht das, was Du ihm mit viel Mühe beigebracht hast, wird es sehr schnell wieder in die alten Muster zurückfallen, der "Schweinehund" ist dann wieder erwacht.

Das ist nur ein Beispiel, wie man sein Unterbewusstsein "umprogrammieren" kann. Das funktioniert mit vielen anderen Dingen ebenso, ob nun Hausaufgaben, Wohnung putzen, Essgewohnheiten ändern, was auch immer. Es geht um Konditionierung und Gewohnheiten. Man kann Gewohnheiten nicht einfach ablegen, man muss sie durch andere ersetzen, sonst funktioniert das nicht.

... mal drüber nachdenken ...








Diese News sind von Kuroi Fenikkusu Dojo Kampfsportverein e.V.
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